1. Grundlagen
Das Satelliten-LNB sitzt an der Spitze der Satellitenschüssel und ist für den Empfang der Signale aus dem All verantwortlich. Es wandelt die hochfrequenten Satellitensignale in ein niedrigeres Frequenzband um, das über Koaxialkabel zum Receiver transportiert wird. Diese Umwandlung ist notwendig, weil die Originalfrequenzen zu hoch für die Kabelübertragung wären.
Jede Satellitenantenne braucht ein funktionstüchtiges LNB, sonst gibt es kein Bild. Das LNB ist damit das zentrale Element der Empfangsanlage. Die Bauform variiert je nach Schüsseltyp, wobei Offset-Spiegel eine andere LNB-Geometrie erfordern als Primärfokus-Antennen.
Die verschiedenen LNB-Typen unterscheiden sich in wenigen technischen Merkmalen. Für die meisten Haushalte genügt ein Universal-LNB.
2. Darauf kommt es an
Unabhängige Teilnehmerversorgung
Der Hauptgrund für unterschiedliche LNB-Typen ist die Frage, wie viele Teilnehmer verschiedene Sender parallel empfangen können. Ein Single-LNB hat genau einen Ausgang und kann nur einen Receiver versorgen. Sobald ein zweites Gerät angeschlossen wird, können beide nur noch dieselben Programme empfangen.
Twin-LNBs besitzen zwei unabhängige Ausgänge. Das bietet zwei gleichzeitige Aufnahmen verschiedener Sender oder Fernsehen auf zwei Bildschirmen mit unterschiedlichen Programmen. Quad-LNBs verdoppeln diese Kapazität auf vier unabhängige Nutzer. Für größere Haushalte oder WG-Situationen ist das relevant.
Für Installationen mit mehr als vier Teilnehmern gibt es zwei Lösungansätze. Quattro-LNBs arbeiten mit einem externen Multischalter zusammen und bieten maximal flexiblen Empfang. Unicable-LNBs verteilen das Signal über ein einzelnes Kabel, wobei jeder Receiver über einen eigenen Kanal angesprochen wird.
Empfangsfrequenzbereich
Die meisten europäischen Satelliten senden im Ku-Band, das den Frequenzbereich von etwa 10,7 bis 12,75 GHz abdeckt. Dieses LNB verarbeitet den Frequenzbereich vollständig und funktioniert mit Astra, Hotbird und den übrigen wichtigen Orbitalpositionen für den deutschsprachigen Raum.
Bestimmte Dienste nutzen inzwischen das Ka-Band, das bei höheren Frequenzen liegt. Wer auch diese Signale empfangen möchte, braucht ein LNB, das beide Bänder unterstützt. Das ist wichtig für neue Satelliten oder Dienste.
Das Low Noise Block bezeichnet den Teil der Schaltung, der das eingehende Signal verstärkt. Das Rauschmaß in Dezibel gibt an, wie wenig das LNB das Nutzsignal durch eigenes Rauschen verschlechtert. Werte um 0,1 bis 0,2 dB gelten als sehr gut.
Mechanische Passform
Das LNB muss mechanisch zur Schüssel passen. Die Feedaufnahme hat standardisierte Durchmesser, aber nicht jede Kombination funktioniert optimal. Bei Offset-Spiegeln muss der Brennpunkt exakt getroffen werden, sonst leidet die Empfangsleistung.
Die Skew-Einstellung (Drehung um die Längsachse) muss bei der Montage exakt justiert werden können. Billige LNBs haben oft schwergängige oder ungenaue Justierschrauben. Eine präzise Einstellung ist aber wichtig für maximalen Empfang bei allen Transpondern.
Wetterschutz ist ein oft unterschätzter Faktor. Das LNB sitzt exponiert auf dem Dach oder am Balkon und ist Wind, Regen und Schnee ausgesetzt. Hochwertige Kunststoffhauben schützen die Elektronik, während minderwertige Kunststoffe unter UV-Strahlung verspröden.
Satelliten-Kompatibilität und Schalter
Moderne LNBs haben eingebaute Toneingänge für DiSEqC-Befehle. Diese Steuersignale vom Receiver wählen den gewünschten Satelliten oder die Position an. DiSEqC 1.0, 1.1 und 1.2 bieten unterschiedliche Komplexitätsstufen.
Für Mehrsatelliten-Empfang (etwa Astra plus Hotbird) braucht man entweder ein Monoblock-LNB mit festem Winkelabstand oder ein DiSEqC-gesteuertes Rotor-System. Die Wahl hängt davon ab, wie flexibel der Empfang sein soll.
3. Typische Fehler
Fehler 1: Billiges LNB für Randgebiet
In Randgebieten des Empfangsgebiets oder bei kleineren Schüsseln unter 60 cm Durchmesser ist die Empfangsreserve gering. Ein Gerät mit schlechtem Rauschmaß oder billiger Elektronik führt dann zu häufigen Aussetzern bei leichtem Regen. Die Ersparnis beim LNB-Kauf wird zur Quälerei im Alltag. Besser ein technisch besseres Gerät wählen.
Fehler 2: Unicable-System falsch geplant
Unicable ist elegant für die Nachrüstung, wenn nur ein Kabel vorhanden ist. Allerdings muss die Kabeldämpfung zur Installation passen. Auch darf die Anzahl der angeschlossenen Geräte die im LNB angegebene Grenze nicht überschreiten. Andernfalls funktioniert die User Band Zuweisung nicht zuverlässig.
Fehler 3: Mehrband-LNB ohne Mehrband-Receiver
Ein Ka/Ku-Band-LNB bringt nur dann Vorteile, wenn der Receiver das erweiterte Frequenzband auch verarbeiten kann. Ältere Geräte steigen bei unerwarteten Frequenzen aus. Prüfe vor dem Kauf die Receiver-Spezifikationen.
Fehler 4: Quattro-LNB mit normalem Receiver
Quattro-LNBs sind keine Stecker-für-Stecker-Lösung. Sie haben vier fest zugeordnete Ausgänge (Low, Mid, High Horizontal, High Vertical), die nicht direkt an einen Receiver passen. Ein passender Multischalter ist zwingend erforderlich. Das wird beim Kauf oft übersehen.
4. Orientierung
Auf dieser Orbitalposition reicht in den meisten Fällen ein Twin- oder Quad-LNB. Entscheidend ist, wie viele Personen unterschiedliche Programme gleichzeitig sehen möchten.
Das Rauschmaß wird bei Standard-Installationen selten zum limitierenden Faktor. Wichtiger sind robuste Steckverbinder und präzise Mechanik. Ein LNB von unbekannter Qualität aus dem Angebotspaket kann die ganze Anlage ausbremsen.
Wer flexibel erweitern will, sollte sofort auf ein System mit Spielraum setzen. Ein Quad-LNB mit vier Ausgängen gibt Reserven für spätere Nutzung. Die Mehrkosten amortisieren sich schnell, wenn weitere Geräte hinzukommen.